Die Künstlerinitiative Schwetzingen (KIS) präsentiert auf Initiative von Dr. Annette Maleika, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe, ihre Ausstellung ‚Behutsamkeit’ in der GRN-Klinik Schwetzingen. Die vielfältigen Werke der sechs Kunstschaffenden sind im Eingangsbereich und der Kapelle sowie über mehrere Stockwerke verteilt zu sehen. Mit einer Vernissage eröffneten Klinikleiter Tobias Schneider und Dr. Maleika die Ausstellung am vergangenen Freitag.
„Ich freue mich sehr darüber, dass Kunst wieder Einzug in unser Haus hält, denn Kunst und Medizin haben eine ganz besondere Verbindung. Bis heute hilft Kunst dabei, Emotionen auszudrücken und neue Perspektiven zu eröffnen,“ betonte Klinikleiter Tobias Schneider. „Das Motto ‚Behutsamkeit’ ist perfekt gewählt, da auch in der Medizin versucht wird, im Umgang mit den Patienten immer behutsamer zu werden,“ so der Klinkleiter weiter.
Initiatorin Dr. Maleika hob hervor, dass die Werke das Krankenhaus in einen Ort verwandelten, der nicht nur mit Krankheit assoziiert wird, sondern auch mit Kunst und Schönheit. Die Ausstellung schaffe einen Raum der Inspiration, sowohl für Patienten als auch für Besucher und Mitarbeitende der Klinik: „Wir wollen alle dazu einladen, für einen Moment innezuhalten, durchzuatmen und die Aufmerksamkeit auf künstlerische Inhalte zu lenken,“ erklärte die Chefärztin. „Gerade in einer Klinik, einem Ort der Heilung und Fürsorge, ist das Thema Behutsamkeit von zentraler Bedeutung.“
Laudatorin Karin Posmyk, eine der Kunstschaffenden, ergänzte: „Jedes einzelne Werk thematisiert das Thema ‚Behutsamkeit’ in all seinen Facetten – es sind Momentaufnahmen eines bewussten Umgangs mit der Welt. Die Ausstellung möchte aufzeigen, dass Behutsamkeit eine Haltung ist, die das Miteinander bereichert: Im Alltag, in der Kunst und besonders an diesem Ort.“
Kunst als Spiegel der Achtsamkeit
Die Kunstschaffenden setzten sich auf vielfältige Weise mit diesem Thema auseinander - mit Begriffen wie Achtsamkeit, Verletzlichkeit, innere Stärke und Empathie - und präsentieren Werke aus den Bereichen Fotografie, Malerei, Skulptur, Mischtechnik und Zeichnung.
Während Traudel Hagmann mit Rauch, Brandspuren und Holzkohle filigrane ‚Fumages‘ erschafft, greift Karin Schmiedebach mit ihrer Skulptur einer Schwangeren – ein Torso als abstrahierte Form - die Thematik des Wachsens und Werdens auf. Die glatte abgeschliffene Oberfläche aus Kirschholz lädt zum Berühren ein. Oliver Mezgers schwarz-weiß Fotografien setzen sich mit dem Wechselspiel von Raum und Mensch auseinander, während Karin Posmyks Malereien organische Formen und behutsame Wachstumsprozesse einfangen. Jörg Künkel verbindet in seiner Mischtechnik archaische Elemente und Höhlenmalerei mit modernen Einflüssen, und Felicitas Wiests Zeichnungen kombinieren feine Bleistiftstriche mit expressiven Tusche-Elementen oder Druck.
Aus Sicht von Dr. Maleika trägt die Ausstellung dazu bei, die Klinik für die Öffentlichkeit zu öffnen und einen Ort der Begegnung zu schaffen: „Die Kunst ist das Fenster aus der Wirklichkeit heraus. Gerade in einer oft lauten, ungerechten und manchmal grausamen Welt ist es wichtig, der Behutsamkeit Raum zu geben. Diese Ausstellung setzt einen Kontrapunkt – eine Erinnerung an Empathie und Menschlichkeit“, so die Gynäkologin.