Darmkrebs: Frühe Vorsorge verbessert Heilungschancen erheblich

Moderne Therapieansätze und Vorsorge im Fokus beim Patienteninfotag im Rahmen des Darmkrebsmonats März


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Darmkrebs – eine Diagnose, die Angst machen kann und mit rund 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland zählt. Damit es erst gar nicht so weit kommt, hilft eine frühzeitige Vorsorge die Heilungschancen erheblich zu verbessern und die Sterblichkeit drastisch zu senken. Um über die neuesten Entwicklungen in Prävention, Diagnose und Therapie aufzuklären, lud das zertifizierte Darmkrebszentrum der GRN-Klinik Weinheim im Rahmen des „Darmkrebsmonats März“ zu einem Patienteninfotag ein - mit einer klaren Botschaft: Vorsorge rettet Leben!

Darmkrebs vorbeugen: Individuelles Risiko und rechtzeitige Vorsorge

„Viele Risikofaktoren können aktiv beeinflusst werden“, erklärte Prof. Christoph Eisenbach, Chefarzt der Gastroenterologie und Diabetologie. Wer sich ballaststoffreich ernährt, sich regelmäßig bewegt und Alkohol nur in Maßen genießt, kann sein Risiko deutlich senken.

„Lassen Sie die Chance der Vorsorge nicht ungenutzt!“, appellierte Prof. Eisenbach. „Nur bei Darmkrebs kann dadurch die Zahl der Todesfälle drastisch reduziert werden.“ Ab dem 1. April 2025 haben Männer und Frauen bereits ab 50 Jahren (statt wie bisher Frauen ab 55) Anspruch auf eine Darmspiegelung im Rahmen der gesetzlichen Vorsorge.

„Ist die Spiegelung unauffällig, reicht die nächste Kontrolle in zehn Jahren. Wer jedoch Blut im Stuhl bemerkt, sollte umgehend eine Darmspiegelung durchführen lassen“, warnte Prof. Eisenbach. Alternativ könne alle zwei Jahre ein Stuhltest (iFOBT) durchgeführt werden. Die Koloskopie sei jedoch zuverlässiger und im Gegensatz zu Krebsfrüherkennungsuntersuchungen wie Brustkrebs oder Prostatakrebs eine echte Vorsorgeuntersuchung. Dabei könnten Darmpolypen – primär gutartige Schleimhautwucherungen – entdeckt und direkt entfernt werden, bevor sie entarten und zu Krebs werden können.

Operative Behandlungsmethoden

„Es ist nie zu spät. Die Heilungschancen bei frühzeitig erkanntem Darmkrebs sind hoch“, betonte Prof. Dr. Torsten Wilhelm, Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie und Leiter des Darmkrebszentrums. Für Darmkrebs-Patienten sei eine OP oft das Mittel der Wahl: „Besonders effektiv sind minimalinvasive Eingriffe wie die laparoskopische Chirurgie, die wir hier in Weinheim bereits bei 80 % der Operationen anwenden“, so der Chefarzt. Zudem ermögliche der ‚Fast-Track’-Ansatz eine schnellere Mobilisation nach der OP, wodurch Patienten früher entlassen werden könnten. Auch innovative Verfahren wie die transanale Resektion, bei der durch eine natürliche Körperöffnung operiert werde, könnten eine dauerhafte Stomaanlage in vielen Fällen verhindern. „Doch nicht alles, was chirurgisch möglich ist, ist auch sinnvoll“, erläuterte Prof. Wilhelm. „Unser Ziel ist nicht nur die Heilung, sondern auch eine hohe Lebensqualität.“

Moderne Krebstherapien: Chancen und Perspektiven

Dr. med. Helen Starke, Onkologin in der ze:ro Praxis Weinheim, informierte über die neuesten Entwicklungen in der Systemtherapie: „Je nach Befund kombinieren wir unterschiedliche Therapien, um bestmögliche Behandlungsergebnisse zu erzielen: Operation, klassische Chemotherapie und innovative Immuntherapien – diese sind besonders bei bestimmten genetischen Merkmalen erfolgversprechend, jedoch nicht für jede Tumorart geeignet.“ Wichtig sei eine individuell angepasste Therapie. „Während einige Patienten eine zeitlich begrenzte Chemotherapie benötigen, erhalten andere eine langfristige Behandlung, um die Erkrankung zu kontrollieren. Zentrales Ziel ist dabei der Organerhalt und die Lebensqualität“, so die Onkologin.

Aufklärung und Prävention sind entscheidend

„Haben Sie keine Angst vor der Darmspiegelung und der Diagnose! Darmkrebs ist vermeidbar und heilbar – im Anfangsstadium mit all den modernen Krebstherapien und einer sorgfältigen Nachsorge zu fast 100 %", ermutigte Prof. Eisenbach die Besucher.
 

Weitere Informationen zum Darmkrebszentrum Weinheim: Darmkrebszentrum Weinheim